Was oder wer ist die Institutsgruppe Philosophie?

Das Studium ist gut. Das Institut ist gut. Die Studierenden sind auch gut. Gut, gut, gut. Doch gut ist uns nicht gut genug. Deshalb sind wir bei der IG Philo. Gut genug wäre, wenn dieses „faschistische Schweinesystem“ (RAF) endlich überwunden wäre und die Gesellschaft so eingerichtet, dass sie Philo-Studis unnötig und Auschwitz unmöglich macht. Mit gut geben wir uns nicht zufrieden, denn gut ist das anstrengende Geschwisterchen von Scheiße. Gute Studienvertretungen vertreten ihre Studierenden gut. Wir treten die Studierenden lieber. Wenn Du etwas nicht gut findest an Deinem Studium oder am Institut, dann versuch es doch zu ändern. Wir werden es nämlich nicht tun - außer es stört uns selbst - denn wir sind keine Serviceeinrichtung, sondern eine partizipative Gruppe, die allen, die beim Lesen dieses Selbstverständnisses verstört mit dem Kopf schütteln, offen steht.

Die Idee einer Institutsgruppe ist, dass alle Interessierten bzw. Betroffenen gemeinsam und gleichberechtigt über ihre Belange entscheiden. Dies passiert bei uns am wöchentlichen Plenum im KORA (Raum C0328, 3. Stock, NIG), dessen derzeitiger Termin stets auf unserer Homepage vermerkt ist. Am Plenum werden die aktuellen Aktivitäten, Probleme studientechnischer Art und vieles mehr diskutiert. Für allgemeine Informationen haben wir einen Studienleitfaden erstellt.

Die Rolle der Studienvertretung hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Gab es früher (bis 2002) noch ein tatsächliches demokratisches Mitspracherecht, so hat die Studienvertretung heute in den meisten Gremien nur mehr "beratende Funktion", d.h. wenn sie brav ist, darf sie ein bisschen mitspielen, wenn sie sich allzu rebellisch gibt, wird sie von den EntscheidungsträgerInnen (Studienprogrammleitungen, Institutsvorstände, DekanInnen, etc.) ignoriert. Wir wollen uns über unsere eigene Rolle keine Illusionen machen. Weder als Studienvertretung, noch als Studierende. Gerade das Studium der Philosophie tendiert dazu Denken und Gesellschaft als zwei völlig verschiedene, voneinander losgelöste Dinge zu betrachten. Der abschätzige Gestus gegenüber der Realität korreliert hier meist mit einem unterwürfigen, autoritätshörigen Gestus gegenüber der Philosophie und ihren Philosoph(inn)en. Weder die Universität, noch ihre Studienrichtungen existieren aber in einem luftleeren Raum, sondern sind nicht nur von gesellschaftlichen Prozessen beeinflusst, sondern sind selbst Teil gesellschaftlicher Prozesse. Was an den Universitäten unterrichtet wird, ist weder die letztgültige Wahrheit, der man blind vertrauen könnte, noch ist sie unbeeinflusst von verschiedensten persönlichen oder kollektiven Interessen. Der Philosophie sollte man sich so annähern wie eine Atheistin der Theologie.