IG Philo ♥s the F Word. 


"'Anerkennung' ist zwar erst morgen dran,

aber heute schon unser aller legitimer Wunsch.

Wer kann sagen, wo patriarchale Strukturen

aufhören und weibliche Freiheit beginnt?"

- Hanna Hacker


Frauen sehen sich im täglichen Leben mit patriarchalen Strukturen und Praktiken, mehr oder weniger subtiler Natur, konfrontiert. Diese gilt es zu benennen und zu bekämpfen.

Neben den offenen Angriffen auf erkämpfte Rechte bestehen subtile Formen der Diskriminierung unverändert weiter und (re-)produzieren sich kontinuierlich. Vorgefundene hierarchische Machtkonstellationen werden über "natürliche Sachkompetenz" gerechtfertigt und letztlich durch formale Chancengleichheit und zahlenmäßige Paritäten verschleiert.

Die IG Philosophie spricht sich daher für die positive Diskriminierung von Frauen im wissenschaftlichen Bereich aus und praktiziert dies bei der Lehrauftragsvergabe, bei Berufungsverfahren und bei der Verleihung der venia docendi.

Die Reproduktion von Hegemonieverhältnissen resultiert aus der Selbstverständlichkeit, mit der Politik, Kultur und Wissenschaft von Männern für Männer gemacht und konzipiert werden.

Das männliche Geschlecht ist im System die Norm für Wissenschaft und Forschung. Auch das was gemeinhin als Philosophie bzw. philosophisch gilt, wurde und wird patriarchal geprägt.

Um dies zu verschleiern und um bestimmte Inhalte auszuschließen, werden scheinbar "geschlechtsneutrale" Grundlagen formuliert, die in Wirklichkeit männlich definiert sind.

Frauen machen an der Universität häufig die Erfahrung, dass sie als Wissenschafterinnen und gleichwertige Diskussionspartnerinnen negiert werden: ihre Redebeiträge werden nicht beachtet, beiseite geschoben, sie werden häufig unterbrochen, ihre Arbeit wird weniger gewürdigt als die ihrer Kollegen, ihre Leistungen werden angezweifelt und nicht aufgenommen in den Kreis des "wirklich Substantiellen".

Die IG Philosophie reflektiert die Geschlechterproblematik an der Universität aber auch in sich selbst als gemischtgeschlechtliche Gruppe. Die IG lehnt jede Form von Sexismus ab, sei es das Zurückgreifen auf sexistische Stereotypien in der Gesellschaft, männerbündlerische Strukturen, das Ausschließen und nicht wahrnehmen von Frauen, den einseitigen Sprachgebrauch,... Sprache ist performativ. Daher praktiziert die IG Philosophie explizit Splitting, das heißt es wird StudentInnen gesagt und nicht Studenten sofern Frauen und MännEr damit gemeint sind.

Feminismus und Feministische Forschung haben ein radikal-politisches Potential. Sie zielen darauf ab, jahrhundertelang vom patriarchalen (wissenschaftlichen) System instrumentalisierte Denkmuster aufzuzeigen, zu kritisieren und zu bekämpfen. Feministische Forschung konstruiert für sich selbst keinen neutralen Objektivismus. Feministische Forschung zu betreiben heißt auch politische Forschung zu betreiben, heißt ein Wertesystem anzugreifen, das von männlichen Wissenschaftern geschaffen wurde, um Hierarchieverhältnisse zwischen den Geschlechtern zu kreieren, aufrechtzuerhalten und zu tradieren.

Die IG Philosophie erkennt Feministische Forschung als einen wichtig Bereich der Philosophie an und fördert diese. Die IG bekennt sich zum Feminismus und den damit verbundenen politischen Intentionen.

In diesem Sinne verurteilt die IG massiv Sexismus in der eigenen Gruppe. Sexistische Vorfälle werden in der IG Philosophie ernsthaft diskutiert und nicht verharmlost. Die Kritik von Frauen ist ernst zu nehmen.

Sollte es keine Einsicht geben bzw. kann die antisexistische Grundhaltung nicht glaubhaft vermittelt werden (z.B. wenn wiederholt sexistische Äußerungen getätigt werden), muss es zum Ausschluss der sexistischen Personen kommen und nicht zu dem der betroffenen Frauen.

Die IG Philosophie lehnt die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Hautfarbe, ihrer ethnischen, religiösen und kulturellen Zugehörigkeit entschieden ab.


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